Was ist Nahrung für den Menschen?

Alles, was dem Menschen draußen begegnet ist potentiell Essen für ihn! Wir sind ein Neugierwesen (Hans Hass, der österreichische Biologe hat uns mal so bezeichnet). Es lohnt darüber nachzusinnen, warum wir so neugierig sind. Unser Gang aus den Bäumen in die Savanne könnte eine Ursache sein, denn unsere Vorfahren mußten alles neu lernen, vor allem fanden sie die vertraute Nahrung aus den Baumkronen nicht mehr! Somit wurde „suchen“ zur Existenzgrundlage.

Von Natur aus essen Menschen Pflanzen und kleine Tiere. Letztere oft nebenbei, wie auch Kühe mal eine Heuschrecke mitessen. Es wird direkt einzeln gegessen, rohes Blattwerk, Früchte und Nüsse auch gemischt  – und sie bereiten ihre Nahrung zu. Im Boden neben heißen Steinen garend oder direkt über dem Feuer sowie in Gefäßen über dem Feuer.

Was Menschen von Natur aus essen (würden) ist vielfach unklar. Wir können es nur vermuten – und es gibt reichlich Indizien, die uns Richtung geben, auch aus der Fossilgeschichte der Menschen seit der Mitte des Tertiär: Menschen suchen seit über 30 Mio. nach Ihrer besten Ernährung! Angesichts dessen dürfen wir doch mit uns und unseresgleichen geduldig sein!

Auch Naturvölker sind von den prägenden Zivilisationen mit ihrer oft sehr naturfernen Nahrung beeinflußt. Wo es sie noch gibt, sehen wir sie auch große Tiere jagen und essen, und dazu oder nur auch pflanzliche Nahrung zubereiten. Eine reine Früchtenahrung, nur und nur Früchte das ganze Leben lang, ist mir von Naturvölkern nicht bekannt. Von Naturvölkern sollten wir lernen – so lange sie noch zeitgleich mit uns leben!

Unter den Menschen, die sich in unserer Zivilisation von roher Kost ernähren gibt es  „Lager“. Da sind jene, die gelegentlich oder regelmäßig wenig oder viel Fleisch und Fisch und Eier essen. Ihnen stehen diejenigen gegenüber, die ganz ohne Fleisch oder Fisch leben.

Wenige Menschen kenne ich, die seit frühester Kindheit kein Fleisch gegessen haben. Wohl die meisten, nun von Rohkost lebenden Menschen haben in ihrer Kindheit tierliche „Produkte“ gegessen (teils ob sie es wollten oder nicht). Wie auf alles andere in unserem Leben prägt uns die früheste Kindheit auch aufs Essen. Menschen sind konditionierbar, wir werden also „eingestellt“ und es ist nicht leicht, diese Konditionierungen zu verlassen. Das ist der Grund, warum es bei langjährigen Rohköstlern zu sogenannten „Ausnahmen“ oder „Rückfällen“ kommt. – Dazu sei hier nur angemerkt, das jedwede Schuldgefühle im Zusammenhang mit Essen keinesfalls dienen. Steht zu euren Ausnahmen, fragt warum ihr sie machtet. Seid freundlich zu Euch!

Eine bedenkliche Wahrnehmung ist die: Kaum eines der Obste und Gemüse, auch viele Nüsse nicht und sowieso das allgemein zugängliche tierliche Essen,so es der Markt bietet, gehört     n i c  h t     zur ursprünglichen Nahrung des Menschen. Es ist zu stark verändert durch Zucht und heute Genetik oder Bestrahlung. Und den Tieren geben wir Sachen, die sie nie essen würden, wenn sie natürlich ihrer Art gemäß leben würden/könnten (da geht es den Haustieren, wie wir sie verfreundlicht nennen, wie uns selbst!): Kühe sind keine Körnerfresser, Hühner sind auch keine Pelletfresser … . Der Hinweis, wir Menschen seien auch nicht mehr „ursprünglich“ trägt nicht weiter, denn unser Verdauungstrakt und unsere gesamte Biologie ist es schon noch!

Daher sei hier ausdrücklich das   W i l d k r a u t    empfohlen! Hinter W i l d k r a u t  – verstecken sich in Mitteleuropa einige hundert bis tausend Arten einheimischer und eingebürgerter Pflanzen! Zuzüglich vieler alter Sorten, die wenige gezüchtet wurden. –  Rohkost gelingt ohne   W i l d k r a u t    nicht. Je länger und konsequenter jemand bei Rohkost bleibt, umso mehr wird er sie schätzen – und die Früchte treten eher an den Rand des Geschehens.

Das ist meine Wahrnehmung bislang. – Ein heißes Thema für Rohköstler ists fürwahr!

Prof. Dr. Bernd Gerken

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Ein Kommentar zu “Was ist Nahrung für den Menschen?

  1. Hallo, Herr Gerken,
    Sie haben geschrieben „Wie auf alles andere in unserem Leben prägt uns die früheste Kindheit auch aufs Essen. Menschen sind konditionierbar, wir werden also „eingestellt“ und es ist nicht leicht, diese Konditionierungen zu verlassen. Das ist der Grund, warum es bei langjährigen Rohköstlern zu sogenannten „Ausnahmen“ oder „Rückfällen“ kommt.“
    Da ist nach meiner Erfahrung schon was dran – es ist nicht so ganz einfach, sich von der von Kindheit an gewohnten Ernährungsart zu trennen.
    Ich habe früher viel Brot gegessen, doch als ich herausfand, daß es das Brot ist, was bei mir Verdauungsstörungen und starkes, anhaltendes Bauchweh macht, konnte ich mich davon relativ leicht trennen. Ich war sehr froh, das Übel erkannt zu haben.
    Ich sammle nun seit ca. 25 Jahren Erfahrungen mit Roh-/Urkost und Kochkost und für mich kommt zu Ihrem genannten Faktor ein weiterer hinzu, der einem die Roh-/Urkost durchzuhalten manchmal schwer macht. Um leichter bei der Roh-/Urkost bleiben zu können, und damit die Rückfallgefahr nicht so groß ist, brauche ich eigentlich die Möglichkeit, so wie die Tiere jederzeit geeignete Nahrung finden zu können, sobald ich Hunger habe. Statt menschengerechter Nahrung gibt es jedoch überall an jeder Ecke Bäckereien und Supermärkte, und wenn es doch mal ein Obst- und Gemüsestand ist, dann sind die Waren garantiert unreif und im Geschmack unbefriedigend und leer. Die Kiwis knacken wie ein Apfel, wenn man reinbeißt und verbrennen einem die Mundschleimhaut. Die Pfirsiche sind so steinhart, daß man damit jemanden erschlagen könnte… Und für mich als Nasen-Mensch ist es sehr irritierend, daß die Sachen in der Regel nicht duften. Daher bestelle ich mir die Früchte 1 x im Monat von Orkos und kaufe das Gemüse im Bioladen ein. Und die Sachen schleppe ich dann in einem Rucksack überall mit – ich lebe als Roh-/Urköstlerin also wie auf einer Insel.
    Und wenn man mangels geeigneter Räumlichkeiten die Sachen nicht sachgemäß lagern kann, dann kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Man kann meist nicht das essen, worauf man gerade LUST hat, denn man muß in erster Linie DIE Sachen essen, bei denen ansonsten Verderb droht. Und das ist wiederum nicht so befriedigend. Und wenn ich nicht befriedigt bin, dann droht Rückfall. Ich kenne einige, die Probleme mit der Lagerhaltung haben, weil sie wie ich in einer 1-Zi-Wohnung leben und der Keller viel zu warm ist. Ich kenne allerdings zwei Männer, denen es relativ wurscht ist, wenn’s mal nicht schmeckt, Hauptsache roh. Bewundernswert! Ich glaube, meine Instinkte sind da zu sehr ausgeprägt

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